Stadtwerkeareal Husum 2013

-1.Preis-

Neuordnung Stadtwerkeareal I Husum I Deutschland I 2013
Modell Perspektive

Text
Wettbewerb „Neuordnung Stadtwerkeareal“ Husum

Auslober: SW Husum GmbH vertreten durch Stadt Husum, Stadtbauamt
Ort: Zingel / Am Binnenhafen, Husum
Landschaftsarchitekt: Brien. Wessels. Werning, Lübeck
Verfahren: Realisierungswettbewerb, nicht offen, anonym
Teilnehmerzahl: 4 ausgewählte Stadtplaner + Architekten
Auslobung: 2012
-1.Preis-

Städtebau

Maßgeblich für die neue städtebauliche Struktur ist die Aufnahme der schlanken, tiefen Parzellenstruktur, die im Altstadtkern Husums prägend ist. Auf dem Stadtwerkeareal wird die Parzellenstruktur in Ost-West-Richtung angelegt. Die Parzellen am Zingel sind lückenlos aneinander gereiht. Die Bebauung tritt von der Strassenkante zurück. Dadurch werden das Rathaus und die sog. Ferkelhalle als Solitäre auf dem Schiffbrückenplatz freigestellt. Im rückwärtigen Bereich wird die Struktur fortgesetzt durch drei freistehende Gebäude. Zwischen den beiden Baubereichen wird ein gemeinsamer Grünbereich mit hoher Wohnumfeldqualität zum Aufenthalt der Bewohner, zum Spielen und Kommunizieren gebildet. Die Parzellenstruktur zur Strasse „Zingel“ wird gestärkt durch unterschiedliche Gebäudehöhen, gestaffelt von 2 Geschossen angrenzend an die Einfamilienhausbebauung bis zu 4 Geschossen angrenzend an das Bürogebäude der Stadtwerke. Die rückwärtigen drei Gebäude sind in ihrer Höhe ebenfalls gestaffelt: 2-geschg. zum Grünbereich und 3-geschg. zur Zufahrt hin.

Die erforderlichen Stellplätze für die Wohnungen und das Bürogebäude sind in einer Tiefgarage untergebracht (55 STP / 55 WE + 5 STP Büro), deren Zufahrt sich vom „Zingel“ aus zwischen dem neuen Bürogebäude und der Wohnbebauung befindet. Die fussläufige, barrierefreie Erschließung der Häuserreihe am „Zingel“ erfolgt über die Vorfläche zu den einzelnen Hauseingängen. Die rückwärtigen drei Häuser werden über die Zufahrt vom „Binnenhafen“ durch das interne Fusswegenetz erschlossen, das an der Südgrenze des Areals auch mit dem „Zingel“ verknüpft ist. An der Zufahrt befinden sich weitere 12 STP.

Architektur

Die Architektursprache der Häuser soll, in Anlehnung an die gewachsene Alstadtarchitektur, charakterisiert werden durch Maßstäblichkeit und Handwerklichkeit. Die Maßstäblichkeit wird erzeugt durch Vor- und Rücksprünge in den Gebäudefluchten und unterschiedlich hohe Erker. Die Handwerklichkeit soll u.a. Ausdruck bekommen in der Materialwahl aus Handstrichziegeln in drei verschiedenen Farben, die sich am Zingel hausweise aneinander reihen. Ziel ist, dem ganzen Areal Homogenität im Ausdruck zu verleihen.

Die freistehenden drei Gebäude sind in der gleichen Ziegelfarbe verblendet. Freisitze der Wohnungen werden innerhalb der Gebäudekubatur als Loggien ausgebildet. Das Kundenzentrum soll mit dem Neubau des Bürogebäudes zu einer Einheit werden. Der rote Ziegel wird im EG fortgeführt. Ein grau verblendeter dreigeschossiger Baukörper, der sich etwas aus der Gebäudeflucht löst, wird aufgesetzt.

Über die Treppenhausfugen werden am Zingel jeweils zwei Häuser barrierefrei erschlossen. Der EG-Sockel liegt 1 m über Gehwegniveau, was den Wohnwert der EG-Wohnungen erhöht. Die unterschiedlich großen Wohnungen sind Ost-West orientiert. Die Wohnungen im südlichsten Haus am Zingel und in den drei freistehenden Gebäude werden von der Nordseite aus erschlossen und die Wohnräume nach Süden ausgerichtet. Hier sind zwei kleinere Wohnungen, falls gewünscht, auch kombinierbar zu einer großen.

Freiflächen

Der Innenbereich wird parkartig gestaltet mit Heckenpolstern, Rasenflächen, Bäumen und befestigten Fusswegen. Dieser wohnungsnahe Grünbereich ist für die Bewohnerschaft vielfältig nutzbar zum Spielen, Verweilen, Feiern usw. Der Vorbereich zur Strasse Zingel signalisiert mit Hecken- /Buschpolstern und Bäumen die Nutzung als Wohnstandort. Müllbehälter an den Eingangsbereichen werden bepflanzt und gliedern die Fläche. Mit Bänken und Bäumen gestaltet bildet dieser Bereich den Übergang zum öffentlichen Raum, der auch der Kommunikation dient. Die rückwärtigen freistehenden Häuser werden über barrierefreie Rampen von der Zufahrtstrasse aus erschlossen, die von Heckenpolstern flankiert sind. Vor den Südterrassen sind Rasenflächen angelegt.