Gemeindehaus Pauluskirche Kiel 2008

-1.Preis-

Gemeindehaus I Kiel I Deutschland I 2008
Visualisierung

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Wettbewerb „Gemeindehaus Pauluskirche “ Kiel

Auslober: Kirchengemeinde Heiligengeist, Kiel
Ort: Niemannsweg 16, 24105 Kiel
Landschaftsarchitekt: Brien. Wessels. Werning, Lübeck
Verfahren: Beschränkter Realisierungswettbewerb
Teilnehmerzahl: 6 Teilnehmerbüros
Auslobung: 2008
-1.Preis-

Städtebauliche Leitidee

Der Neubau des Gemeindehauses bildet zusammen mit der Neuanpflanzung von Dachplatanen einen Saum um das Kirchengebäude. Er fasst den Rundweg um die Kirche räumlich und bietet unterschiedliche Aufenthaltsqualitäten. Dieser Saum aus Gebäude und Bäumen ist im Kontrast zum aufstrebenden Kirchengebäude eher flach gehalten, um die Kirche als Zentrum heraus zu stellen und den Blick aus der Umgebung auf sie frei zu halten. Ziel dieser Anordnung und Gestaltung von Neubau und Anpflanzungen ist es, eine Atmosphäre der Ruhe für Stärkung und Besinnung zu schaffen.

Das Gemeindehaus

Es  bildet die nördliche Raumkante des Kirchenplateaus.  Die an die Nordseite der Kirche angebaute Küsterwohnung wird abgerissen.  Sie wird in den Neubau des Gemeindehauses einbezogen. Der neue Baukörper flankiert die Nordseite der Pauluskirche in ihrer ganzen Länge. Er ist gegliedert durch einen Eingangshof, der teilüberdacht und an seinen Längsseiten offen ist. Das gegenüberliegende Nordportal der Kirche ist von hier auf kurzem Wege erreichbar. Sanitäranlagen und Möbellager sind direkt am Eingangshof  gelegen. Von diesem Hof aus werden der Gemeindesaal mit zugehöriger Küche und Sanitäranlagen im Westteil sowie Lagerräume, Gruppen- und Pfadfinderraum im Ostteil erschlossen. Der Eingangshof ist mit Pflanzen und einer Sitzbank als Ort der Begegnung im Freien gestaltet. Die Erschließung zu beiden Seiten des Hofes erfolgt über Arkadengänge, die Ein- und Ausblicke ermöglichen und den Übergang zwischen Außenraum und Gebäude bilden. Der Gruppen- und der Pfadfinderraum können für Veranstaltungen mittels Öffnen der Mobiltrennwand zu einem größeren Raum verbunden werden.

Der Arbeitsbereich des Küsters bildet im östlichen Teil den Gebäudeabschluss. Die Küsterwohnung befindet sich darüber im Obergeschoss und hat einen eigenen direkten Zugang mit Treppe. Die Wohnung erhält eine nach Westen ausgerichtete Dachterrasse. Aufgrund des Abrisses und Neubaus der Küsterwohnung kann die nördliche Sakristei wie gewünscht wieder einen direkten Zugang zum Kirchenraum erhalten.  Ein Teil des Ostflügels des Gebäudes ist unterkellert. Hier befinden sich die Haustechnikräume sowie die Abstellräume für die Pfadfinder und die Küsterwohnung.

Gestaltung und Materialien

Das Gemeindehaus soll – auch in Korrespondenz zum Gemeindehaus an der Ansgarkirche -monolithisch gestaltet sein: Die Fassade ist als sog. Lochfassade konzipiert. Es gibt nur ein Material für die Fassade beider Geschosse, nämlich ein Sichtmauerwerk aus hellgrauen Ziegeln im Langformat (49 cm), die sich in Farbe und Format von denen der Kirche absetzen. Das Gebäude wird in Massivbauweise konstruiert. Die Außenwände bestehen aus einem tragenden Innenmauerwerk, ca. 20 cm Kerndämmung und Verblendmauerwerk. Die Geschoßdecke ist als Beton-Hohldielendecke vorgesehen, die Dachkonstruktion als Holzbalkendecke mit Zwischenraumdämmung. Der Gemeindesaal sowie die von den Kindern und Jugendlichen benutzten Räume werden zur Verbesserung der Raumakustik mit einer abgehängten, Schall absorbierenden Decke ausgestattet.  Das flache Dach ist extensiv begrünt.

Der Dachplatanensaum

In ihrer Anordnung auf der westlichen, südlichen und östlichen Seite der Kirche erfüllen die Dachplatanen unterschiedliche Funktionen und schaffen unterschiedliche Atmosphären:

Das Pendant zur nördlichen Raumkante, die das Gemeindehaus bildet, ist die südlich das Kirchengebäude flankierende Platanenallee. Sie lädt ein zum Wandeln oder Verweilen unter dem Dach der Platanen.  An der Westseite bildet eine Platanengruppe vor dem Gemeindesaal den Saum des Kirchenplateaus. Unter dem Dach der Platanen können Veranstaltungen im Außenbereich des Gemeindesaales stattfinden.  Die Platanenreihe auf der Ostseite der Kirche flankiert die Vorfahrt zum Osteingang der Kirche und bildet hier die grüne Raumkante.

Anbindung an die Kirche

Das Nordportal der Kirche und der Eingangshof des Gemeindehauses liegen einander direkt gegenüber, so dass der Verbindungsweg kurz ist. Von einer Überdachung würden wir absehen, damit die Kirche frei stehen und ihre Fassade unbeeinträchtigt bleibt