Gemeindehaus Ansgarkirche Kiel 2008

-1.Preis-

Gemeindehaus I Kiel I Deutschland I 2008
Visualisierung

Text
Wettbewerb „Gemeindehaus Ansgarkirche “ Kiel

Auslober: Kirchengemeinde Heiligengeist, Kiel
Ort: Holtenauer Strasse 91, Kiel
Landschaftsarchitekt: Brien. Wessels. Werning, Lübeck
Verfahren: Beschränkter Realisierungswettbewerb
Teilnehmerzahl: 6 Teilnehmerbüros
Auslobung: 2008
-1.Preis-

Städtebauliche Leitidee

Das vorhandene Gemeindehaus wird abgerissen und durch einen zweigeschossigen Neubau ersetzt, der parallel zur Längsrichtung des Kirchengebäudes auf dem Grundstück platziert wird, um eine Fuge zwischen Kirche und Gemeindehaus zu erhalten und die Kirche wieder frei zu stellen. Der Neubau schließt mit einer Glasfuge unmittelbar an die Grundstücksgrenze zur Nachbarbebauung und durch einen eingeschossigen verglasten Verbindungsgang an die Kirche an. Er hat zwei Ausrichtungen mit unterschiedlichem Charakter: die Schmalseite weist zur Holtenauer Straße und ist über einen befestigten Vorplatz zum städtischen Treiben geöffnet, während der Längsseite nach Süden zur Waitzstraße hin eine Rasenfläche vorgelagert ist. An dieser Seite ist der Giebel der Kirche wieder in seiner ganzen Breite frei gestellt und von der Grünfläche aus erlebbar. Die Grünfläche schließt sich an den Spielplatz an.

Vom  Vorplatz zur Holtenauer Straße aus wird das Gemeindehaus mit Kita erschlossen.  Er ist für Veranstaltungen nutzbar, die öffentlichen Charakter haben. Der Übergang vom Vorplatz in das Foyer und weiter in den Gemeindsaal soll fließend gestaltet sein, um die Öffnung zum städtischen Treiben zu assoziieren. Der Grünplatz zur Waitzstraße kann für interne Veranstaltungen, wie z. B. eine Gruppenarbeit im Freien, genutzt werden.

Das Gebäude ist in seiner Höhe gestaffelt, wodurch sich nach Süden eine Dachterrasse für die Kita im Obergeschoss ergibt. Das Obergeschoss schiebt sich mit seinem Ostgiebel ein wenig über das EG hinweg, wodurch das Gebäude eine Geste in Richtung Holtenauer Straße macht und gleichzeitig der Eingangsbereich überdacht wird. Die Staffelung gliedert die Baumasse und macht die unterschiedlichen Nutzungen in EG und OG ablesbar.

Das Gemeindehaus

Das Foyer im Erdgeschoss verknüpft den Vorplatz mit dem Gemeindesaal und über einen Verbindungsgang mit der Kirche. Vom Foyer aus gelangt man auch in die Erschließungsfuge, in der eine Treppe in das Obergeschoss mit Kita und Jugendräumen führt und von der aus die Begegnungsstätte, die Sanitäranlagen und der Abstellraum erschlossen sind.  Gemeindesaal und Begegnungsstätte öffnen sich zur Grünfläche nach Süden und haben beide einen Zugang zur Küche. Alle Sanitär- und Nebenräume im EG sind in einer Achse zusammengefasst, die den Rücken des Gemeindsaals bildet. Für die Kita gibt es einen direkten Gartenausgang nach Westen zum Spielplatz.  Die Treppe mündet in einer Galerie im Obergeschoss, von der die Bereiche Kita und Jugend in Form eines Rundganges um den Sanitärkern herum erschlossen sind. Der Rundweg ist trennbar durch eine Tür zwischen Kita- und Jugendbereich. Beide Bereiche sind aufgrund der Ringerschließung auch separat zu begehen. Der Kitabereich orientiert sich nach Süden und Westen zum Grünen; der Jugendbereich orientiert sich nach Süden und Osten zur Holtenauer Straße; der Sanitärkern liegt im Gebäudeinneren oberhalb der Sanitärräume des EG.  Die nach Süden und Westen ausgerichtete Dachterrasse dient dem direkten Aufenthalt der Kinder im Freien. Über eine Außentreppe ist der Fluchtweg aus den Räumen des Obergeschosses gesichert.

Gestaltung und Materialien

Das Gemeindehaus soll – auch in Korrespondenz zum Gemeindehaus an der Pauluskirche -monolithisch gestaltet sein: Die Fassade ist als sog. Lochfassade konzipiert. Es gibt nur ein Material für die Fassade beider Geschosse, nämlich ein Sichtmauerwerk aus hellgrauen Ziegeln im Langformat (49 cm), die sich in Farbe und Format von denen der Kirche absetzen. An der Grenze zur Nachbarbebauung (überwiegend Garage) wird eine zweigeschossige Brandwand errichtet, die ebenfalls mit Sichtmauerwerk verblendet wird. Die 2-geschossige Fuge wird an den Schmalseiten in Pfosten-Riegel-Konstruktion verglast. Die Fensterrahmen und -flügel sind aus Lärchenholz. Die Glastüren vom Foyer auf den Platz werden als Schiebetüren vorgeschlagen, um einen offenen Übergang aus dem Gemeindesaal über das Foyer auf den Vorplatz zu ermöglichen. Das flache Dach ist extensiv begrünt.