Alte Feuerwache Kiel 2008

-1.Preis-

Innenstadtquartier I Kiel I Deutschland I 2008
Vogelperspektive

Text
Wettbewerb „Alte Feuerwache “ Kiel

Auslober: Landeshauptstadt Kiel, Dezernat für Stadtentwicklung und Umwelt
Ort: Dänische Strasse / Altstadtinsel, Kiel
Landschaftsarchitekt: Brien. Wessels. Werning, Lübeck
Verfahren: Bewerbungsverfahren
unser Büro wurde als Teilnehmer von der LH Kiel gesetzt
Teilnehmerzahl: 15 ausgewählte Stadtplaner + Architekten
Auslobung: 2008
-1.Preis-

Städtebauliche Voraussetzungen

Das 0,7 ha große Plangebiet „ Alte Feuerwache“ ist ein Teil der Kieler Altstadt mit großer geschichtlicher Bedeutung; es liegt zwischen Schloß und Kloster, den beiden wichtigsten Gründungszellen der Stadt. Im Wettbewerbsbereich „Alte Feuerwache“ soll ein urbanes, lebendiges und attraktiv gestaltetes Wohnquartier mit vielfältigen Wohnformen und sinnvollen innenstadttypischen Ergänzungsnutzungen, vor allem in Erdgeschosslagen (Gastronomie, Einzelhandel, Galerien) entwickelt werden. Dabei ist insbesondere zu untersuchen, wie sich dieses Quartier in seiner stadträumlichen Ausprägung zum Kleinen Kiel hin darstellt und wie die Verknüpfung von Freiraum und Einkaufsbereich erfolgt. Außerdem ist zu prüfen, ob und wie der historische Bestand des museal genutzten Warleberger Hofs und die derzeit nicht freiliegenden Reste der alten Stadtmauer einbezogen werden können. Weiterhin werden Lösungen zur Problematik der Wechselwirkungen von notwendigen Erschließungsanlagen, der Unterbringung des ruhenden Verkehrs und innenstadttypischer Sockelnutzungen auf die Wohngeschosse erwartet. Bei der Planentwicklung soll beachtet werden, dass mehrere eigenständig gestaltete und unabhängig voneinander realisierbare Baulose entstehen können.

Unser Wettbewerbsentwurf

Städtebauliche Leitidee ist, die vorhandenen Randstrukturen durch zwei bauliche Klammern so zu vervollständigen, dass die im Altstadtkonzept entwickelte „Kulturachse“ entsteht . Eine frei stehenden Gebäudezeile von besonderer Architektursprache („Krone“) schließt die Raumkante zum Jensendamm.

So werden zwei Erschließungswege gebildet: der „Jensengang“, der auf der Kulturachse die Verknüpfung zwischen Dänischer Straße und Kleinem Kiel herstellt und der nach Westen davon abzweigende „Quergang“, der zur Falckstraße / Ecke Jensendamm führt und in einer Terrasse am Werkstattcafé mit Blick auf den Kleinen Kiel mündet.  Es entstehen Blickbeziehungen und Plätze unterschiedlichen Charakters.  Künstlerisches Element als Leitmotiv der Kulturachse ist ein parallel verlaufendes Wasserband, welches das Element Wasser in der Beziehung Kleiner Kiel / Fördeufer zitiert und den Straßenraum des „Jensengang“ belebt. Es trennt in diesem Bereich auch die Funktionen des Wohnens der gewerbliche Nutzung. Kleine Brücken zu den Hauseingängen schaffen altstädtisches Milieu in moderner Übersetzung.  Die Reste der alten Stadtmauer bleiben erhalten und werden in das Projekt erlebbar integriert.  Das Entwurfskonzept sieht eine aus dem Ort entwickelte, differenzierte Bebauungsstruktur vor. In Geschossigkeit und Kubatur werden die Neubauten sensibel in den Bestand integriert und an prägnanten Punkten werden Orte dadurch gestärkt.  In unserem Entwurf schlagen wir ein mäandrierendes Rahmenband in Längsrichtung vor, und transparente Vorder- und Rückseiten (Fensterflächen nach Norden / Terrassen nach Süden).

Wesentliches Ziel der Freiraumplanung ist die Schaffung eines offenen Raumgefüges innerhalb des neuen Quartiers im Gegensatz zu den geschlossenen Blockrändern außen. Durchblicke und Wegebeziehungen schaffen ein offenes System mit differenzierten Aufenthaltsqualitäten. Die halböffentlichen, grünen Innenhöfe bieten gemeinschaftlich nutzbare Platzflächen, die über das beschriebene Wasserband von der Öffentlichkeit getrennt sind. Loggien und Terrassen dagegen sind private Aufenthaltsbereiche.  Eine Fortsetzung der Kulturachse in den Park erfolgt nicht konkret baulich, sondern beschränkt sich auf eine imaginäre Linie, den so genannten Skulpturenstrahl. Dieser knüpft die Verbindung zur Kunsthochschule und verläuft bewusst abgesetzt zum vorhandenen Mahnmal. Die Wegeanbindung an das neue Quartier wird aus dem vorhandenen Wegenetz des Parks entwickelt.