Schwentinemündung Kiel 2014

Schwentinemündung Kiel Lageplan
Schwentinemündung Kiel Lageplan

Städtebauliches Gutachterverfahren „Schwentinemündung in Kiel“

Ort: Schwentinemündung, Kiel
Auslober: Landeshauptstadt Kiel, Dezernat für Stadtentwicklung und Umwelt
Auslobung: Feb. 2010
Verfahrensart: Städtebauliches Gutachterverfahren als Grundlage für B-Pläne
Randdaten: 6 ha Gesamtfläche, aufgeteilt in 6 Teilgebiete
Teilnehmerzahl: 5 Einladungen
Landschaftsarchitekt: Brien.Wessels.Werning, Lübeck

Aufgabe:
Die Schwentinemündung steht seit einigen Jahren im Fokus der Kieler Stadtentwicklungspolitik mit dem Ziel, das Ostufer zu einem zukunftsweisenden, attraktiven Stadtbereich zu entwicklen. Mit Hilfe von „Urban II“ und „Soziale Stadt“ – Mitteln wurden bereits Maßnahmen zur Aufwertung angrenzender Stadtteile ausgeführt. Das Plangebiet mit einer Fläche von ca. 6 ha wurde in 6 Teilgebiete gegliedert, für die Entwicklungsziele aufgezeigt werden sollten.

Text
Städtebauliches Gutachterverfahren „Schwentinemündung in Kiel“

Entwurfskonzept
Die vorhandenen Nutzungen wie Fachhochschule, Geomar, Klinik, Gewerbe und Wohnen werden so miteinander verknüpft, dass die Ortsteile Dietrichsdorf und Wellingdorf nachhaltig mit Leben erfüllt werden. Es sind viele schlummernde Potentiale struktureller und landschaftlicher Art vorhanden, die durch eine ergänzende Erschließungs- und Nutzungsstruktur sowie eine geordnete bauliche Struktur vernetzt und aufgewertet werden sollen.
Eine entscheidende Rolle spielt dabei, eine zweite fußläufige Verbindung zwischen den Schwentine-ufern mittels einer Brücke herzustellen. Diese Möglichkeit der einfachen Querung des Wassers stellt die Zirkulation der Bewegungen rund um das Schwentineufer her. Die Fachhochschule und die GEOMAR rücken näher zusammen; deren derzeitige „Randlage“ könnte sich so wandeln, dass die Atmosphäre eines „wissenschaftlichen Zentrums“ auf dem Ostufer der Stadt Kiel entsteht. Zudem würde eine Brücke den Dampfer-Anleger Neumühlen überflüssig machen.
Der 2. wichtige Aspekt ist die Herstellung der Verknüpfung und Sichtbeziehung der beiden Ortsteile zur Schwentine. Dadurch wird die hohe Lagegunst dieser beiden Stadtteile erlebbarer, was sich wiederum positiv auf die Lebensqualität und Wertigkeit in diesen Ortsteilen auswirken wird.
Durch die Eigenart der verschiedenen Baustrukturen in unserem Entwurf wird der Unterschiedlichkeit der beiden Uferseiten Rechnung getragen, die das Nordufer als weiches, landschaftlich geprägtes und das Südufer als lineare, harte Kaikante charakterisiert.
Im Vordergrund unseres Entwurfes steht immer das Ziel, die Verknüpfung und die Sichtbeziehungen zum Wasser auf unterschiedliche Art herzustellen, so dass verschiedene Atmosphären des Arbeitens bzw. Lebens am Wasser entstehen.

Maßnahme Teilgebiet 1 – Anlegerplatz:
– Neue Mensa mit transparentem Speisesaal und großzügiger Terrasse zur Schwentine
– Fußgängerbrücke verbindet FH – GEOMAR zum „wissenschaftlichen Zentrum“

Maßnahme Teilgebiet 2 – Gründer- und Studentenquartier:
Aufgelöste Bebauungsstruktur bildet eine Gasse, im EG Läden für täglichen Bedarf (Studenten),
kleine Werkstätten und in den OG´s Büroflächen für Existenzgründer

Maßnahme Teilgebiet 3 – Erweiterung Compassklinik:
aufgelöster, gestaffelter Gebäudekomplex als Rücken zur Strasse, Innenbereich öffnet sich nach Westen zur Förde, grüne Sichtachsen zum Ufer quer dazu, öffentlicher Weg durch den Innenbereich

Maßnahme Teilgebiet 4a – Hotel:
7- geschossiger Hotelbaukörper als Abschluss des Gebäudekomplexes Klinik, Fassade öffnet sich zur Förde nach Westen, EG orientiert sich zu einem Platz mit Blickbeziehung zur Schwentine

Maßnahme Teilgebiet 4b – Am Albert-Einstein-Haus:
– winkelförmiger, kompakter Baukörper umfasst zusammen mit dem Albert-Einstein-Wohnhaus eine
Grünfläche, die sich nach Süden öffnet und einen Rücken zum oberhalb verlaufenden Heikendorfer
Weg bildet ,
– Parkdeck auf 3 Ebenen, vom Heikendorfer Weg bzw. Schwentinebrücke aus angefahren
– Nutzung Gebäude: Studentenwohnen

Maßnahme Teilgebiet 5 – Auf der Schwentinebrücke:
– 2-geschossiger, aufgeständerter Baukörper
– Durchblick EG frei, OG Büroflächen

Maßnahme Teilgebiet 6 – Quartier Neumühlen:
– Ziel: Ortsteil Wellingdorf stärker als bisher an das Schwentineufer anbinden
– neue Zuwegung von der Schönberger Straße direkt zum Schwentinekai
– Schaffung von räumlichen Kanten, um eine sehr attraktive Platzfläche am Schwentinekai aus-zuformen, die zusammen mit dem bereits vorhandenen Lunapark und der Terrasse das Zentrum dieses Ortsteils an der Schwentine werden könnte
– dreigeschossiger Gebäudekomplex nimmt in Ausrichtung und Höhe die orthogonale Struktur der
Geomar-Gebäude auf
– durch seine mäandrierende Form werden lärmgeschützte Innenbereiche geschaffen, die sich über
Gebäudeausschnitte und breite Treppenanlagen zum Kai öffnen
– 5-geschossige Gebäudeköpfe zur Schwentine hin sind prädestiniert für Konferenzräume
– Nutzung: Büros, Dienstleister, Wissenschaftlichen Einrichtungen usw.
– Sockel ca. 2 m über der umgebenden Kai- und Platzfläche hinausragend: Großgarage mit ca. 296 Stellplätzen
– Wohnungen des östlichen Gebäudeflügels stehen auf Sockel in hochwassersicherem Erdgeschoss-
niveau, Terrassen setzen sich von angrenzender Platzfläche ab