Gemeindehaus Pauluskirche Kiel 2009 – 2010

Gemeindehaus I Kiel I Deutschland I 2010
Ankommend - Blick von der Freitreppe F: Anders Sune Berg

BDA- Preis 2011: 2.Preis

Bauherrenpreis der Stadt Kiel 2012

Text
Gemeindehaus Pauluskirche Kiel

Bauherr: Kirchengemeinde Heiligengeist, Kiel
Ort: Niemannsweg 16, 24105 Kiel
Leistungsphasen: 1 – 9 HOAI
Landschaftsarchitekt: Brien. Wessels. Werning, Lübeck
Bauleitung: Planbauplus Leo Gellings, Heikendorf
Tragwerksplanung: Ingenieurteam Trebes GmbH & Co. KG
Schillerstr. 11, 24116 Kiel
Planung: 2009
Bauzeit: Sept.2009 – April 2010
-Realisierung nach 1.Preis 2008-

Städtebau

Der Neubau des Gemeindehauses bildet zusammen mit der Neuanpflanzung von Bäumen (Schwedische Mehlbeere) einen flachen Saum um das Kirchengebäude, der im Kontrast zum aufstrebenden Kirchengebäude steht, um die Kirche als Zentrum heraus zu stellen und den Blick aus der Umgebung auf sie frei zu halten.  Eine Atmosphäre der Ruhe für Stärkung und Besinnung wird geschaffen. Der neue Baukörper flankiert die Nordseite der Pauluskirche in ihrer ganzen Länge und bildet die nördliche Raumkante des Kirchenplateaus.

Architektur

Der neue Baukörper flankiert die Nordseite der Pauluskirche in ihrer ganzen Länge.  Er ist gegliedert durch einen Eingangshof, der teilüberdacht und an seinen Längsseiten offen ist. Das gegenüberliegende Nordportal der Kirche ist von hier auf kurzem Wege erreichbar. Der Eingangshof ist mit Pflanzen und einer Sitzbank als Ort der Begegnung im Freien gestaltet.  Die Erschließung der Bereiche zu beiden Seiten des Hofes erfolgt über Arkadengänge, die Ein- und Ausblicke ermöglichen und den Übergang zwischen Außenraum und Gebäude bilden.  Der Gemeindesaal wird in erster Linie für musikalische Zwecke genutzt (Chorproben, kleine Konzerte) und hat deshalb eine den akustischen Anforderungen entsprechend gestaltete Deckenbekleidung aus gefalteten Paneelen.  Die Küsterwohnung befindet sich im OG und hat einen eigenen direkten Zugang mit Treppe und eine nach Westen ausgerichtete Dachterrasse.  Ein Teil des Ostflügels des Gebäudes ist unterkellert für die Unterbringung der Abstell- und Hausanschlussräume.

Fassadenmaterialien

Das Gemeindehaus ist monolithisch gestaltet. Die Fassade ist als sog. Lochfassade konzipiert. Es gibt ein Sichtmauerwerk aus hellgrauen Ziegeln, die sich in Farbe und Format von denen der Kirche absetzen. Die Verblendschale besteht aus grauem Petersen Tegl D91, dahinter 6 cm Mineralwolle, die Tragschicht besteht aus 36,5 cm Porotonziegelmauerwerk.  Die Fenster sind Holz-Blendrahmenfenster, Material Belmadur, mit rotbrauner Lasur; die Pfosten-Riegel-Konstruktion aus Alu hat Deckprofile in Messingbeschichtung. Einige bedeutende Fenster- und Türöffnungen im EG haben eine Rahmung bzw. einen Sturz aus Sichtbetonfertigteil, wobei die Rahmen in einem Stück hergestellt sind.  Der Küchen- und Sanitärbereich ist in Holzrahmenbauweise erstelllt und von aussen nach innen durchlaufend mit Holzleisten aus Rotzeder verkleidet.