Gemeindehaus Ansgarkirche Kiel 2009 – 2011

Gemeindehaus I Kiel I Deutschland I 2011
Vom Vorplatz I Vom Garten Fs: Anders Sune Berg

BDA- Preis 2011: 1.Preis

Bauherrenpreis der Stadt Kiel 2012

Text

Gemeindehaus Ansgarkirche Kiel

Bauherr: Kirchengemeinde Heiligengeist, Kiel
Ort: Holtenauer Strasse 91, 24105 Kiel
Leistungsphasen: 1 – 9 HOAI
Landschaftsarchitekt: Brien. Wessels. Werning, Lübeck
Bauleitung: Planbauplus Leo Gellings, Heikendorf
Tragwerksplanung: Ingenieurteam Trebes GmbH & Co. KG
Planung: 2009
Bauzeit: Dez.2009 – Feb.2011
-Realisierung nach 1.Preis 2008-

Städtebau

Das vorhandene Gemeindehaus wurde abgerissen und durch einen dreigeschossigen Neubau ersetzt, der parallel zur Längsrichtung des Kirchengebäudes auf dem Grundstück platziert wurde, um eine Fuge zwischen Kirche und Gemeindehaus zu erhalten und die Kirche wieder frei zu stellen.  Der Neubau schließt mit einer Glasfuge unmittelbar an die Grundstücksgrenze zur Nachbarbebauung und durch einen eingeschossigen verglasten Verbindungsgang an die Kirche an. Er hat zwei Aus-richtungen mit unterschiedlichem Charakter: die Schmalseite weist zur Holtenauer Straße und ist über einen befestigten Vorplatz zum städtischen Treiben geöffnet, während der Längsseite nach Süden zur Waitzstraße hin eine Rasenfläche vorgelagert ist. An dieser Seite ist der Giebel der Kirche wieder in seiner ganzen Breite frei gestellt und von der Grünfläche aus erlebbar. Die Grünfläche schließt sich an den Spielplatz an. Vom Vorplatz zur Holtenauer Straße aus wird das Gemeindehaus mit Kita erschlossen.

Architektur

Das Gebäude ist in seiner Höhe gestaffelt, wodurch sich nach Süden eine Dachterrasse für die Kita im Obergeschoss ergibt. Das Obergeschoss schiebt sich mit seinem Ostgiebel ein wenig über das EG hinweg, wodurch das Gebäude eine Geste in Richtung Holtenauer Straße macht und gleichzeitig der Eingangsbereich überdacht wird. Die Staffelung gliedert die Baumasse und macht die unterschiedlichen Nutzungen in EG und OG ablesbar.

Nutzungen

Das Foyer im Erdgeschoss verknüpft den Vorplatz mit dem Gemeindesaal und über einen Verbindungsgang mit der Kirche. Vom Foyer aus gelangt man auch in die Erschließungsfuge, in der eine Treppe in das Obergeschoss mit Kita und Jugendräumen führt und von der aus die Begegnungsstätte und die Sanitäranlagen erschlossen sind.  Gemeindesaal und Begegnungsstätte öffnen sich zur Grünfläche nach Süden und haben beide einen Zugang zur Küche. Alle Sanitär- und Nebenräume im EG sind in einer Achse zusammengefasst, die den Rücken des Gemeindesaals bildet. Für die Kita gibt es einen direkten Gartenausgang nach Westen zum Spielplatz.  Die Treppe mündet in einer Galerie im Obergeschoss, von der die Bereiche Kita und Jugend in Form eines Rundganges um den Sanitärkern herum erschlossen sind. Beide Bereiche sind aufgrund der Ringerschließung auch separat zu begehen. Der Kitabereich orientiert sich nach Süden und Westen zum Grünen; der Jugendbereich orientiert sich nach Süden und Osten zur Holtenauer Straße; der Sanitärkern liegt im Gebäudeinneren oberhalb der Sanitärräume des EG.  Die nach Süden und Westen ausgerichtete Dachterrasse dient dem direkten Aufenthalt der Kinder im Freien. Über eine Außentreppe ist der Fluchtweg aus den Räumen des Obergeschosses gesichert.

Fassadenmaterialien

Das Gemeindehaus ist monolithisch gestaltet. Die Fassade ist als sog. Lochfassade konzipiert. Es gibt nur ein Material für die Fassade aller Geschosse, nämlich ein Sichtmauerwerk aus hellgrauen Ziegeln, die sich in Farbe und Format von denen der Kirche absetzen.  Die Verblendschale besteht aus grauem Petersen Tegl D91, dahinter 6 cm Mineralwolle, die Tragschicht besteht aus 36,5 cm Porotonziegelmauerwerk.  Die Fenster sind Holz-Blendrahmenfenster, Material Belmadur, mit rotbrauner Lasur; die Pfosten-Riegel-Konstruktion aus Alu hat Deckprofile in Messingbeschichtung.  Einige bedeutende Fenster- und Türöffnungen im EG haben eine Rahmung bzw. einen Sturz aus Sichtbetonfertigteil, wobei die Rahmen in einem Stück hergestellt sind.