Moltkestrasse Kiel 2007 – 2014

Stadtvillen I Kiel I Deutschland I 2007
Perspektive von der Moltkestrasse

Text
Gutachterverfahren “Moltkestrasse” Kiel

Auslober: FRANK Heimbau Nord GmbH, Kiel
Ort: Moltkestrasse 50 – 66, 24105 Kiel
Landschaftsarchitekt: Brien. Wessels. Werning, Lübeck
Verfahren: kooperatives Gutachterverfahren mit Zwischenkolloquium
Teilnehmerzahl: 6 Teilnehmerbüros
Auslobung: 2007
-1.Preis für die Realisierung von 2 Stadtvillen
-Realisierung in Anlehnung unseres städtebaulichen Konzeptes-
Baubeginn: Sommer 2012
Fertigstellung: Frühjahr 2014

Städtebauliche Voraussetzungen

Das Grundstück liegt in dem mit Villen bebauten Wohnstadtteil Düsternbrook und ist bebaut mit Wohnblocks aus dem Jahr 1952, die abgerissen werden sollen. Es soll eine städtebaulich, architektonisch und funktional hochwertige Wohnanlage mit 5 Stadtvillen und ca. 25 Mietwohnungen entstehen, die sich qualitätvoll in den baulichen Kontext des Quartiers einfügt und ein individuelles Wohnen ermöglicht. Ausserdem sind 90 PKW-Stellplätze in einer gemeinsamen Tiefgarage unterzubringen.

Unser Entwurf

In unserem Städtebaukonzept schlagen wir vor, die Villenbebauung entlang der Moltkestraße durch eine aufgelockerte, gestaffelte Bebauungsstruktur im rückwärtigen Grundstücksbereich zu ergänzen. Dies entspricht unserer Ansicht nach mehr dem örtlichen Bebauungscharakter am Fuße des Sternwartenhügels als die im bisherigen Konzept vorgegebene Blockbebauung.  Die verschiedenen Villentypen werden gemeinsam mit den beiden Gartenhaustypen ein städtebaulich homogenes Ensemble bilden.

Die Erschließung der Tiefgarage erfolgt über zwei Zufahrten von der Moltkestrasse auf die beiden unterschiedlichen Tiefgaragenniveaus.  Die fußläufige Erschließung der Gartenhäuser erfolgt über einen drei Meter breiten Weg, der auch  als Feuerwehrzufahrt für die Gartenhäuser und den rückwärtigen  Bereich der Stadtvillen dient. Durch die Gebäudestellung der Gartenhäuser und der beiden südlichen Villen, die als quadratische Baukörper (Typ 2) ausgebildet sind, entsteht ein halböffentlicher städtebaulicher Raum, der als Quartiersplatz ausgeformt wird und u.a. auch Aufstellmöglichkeit für Feuerwehrfahrzeuge bietet.  Von hier aus werden die Gartenhäuser erschlossen, der Weg entlang des Hangfußes mündet hier.

Als Kreuzpunkt der internen Verknüpfungen bietet der Quartiersplatz zusammen mit Spielbereichen für Kleinkinder sowie Sitzmöbeln Möglichkeiten der Kommunikation der Bewohnerschaft und könnte zum Mittelpunkt werden.  Die Tiefgarage bietet 83 Stellplätze, pro Haus gibt es einen Behindertenstellplatz sowie einen Fahrradabstellraum in unmittelbarer Nähe des Treppenhauses. Jedes Haus ist über das Treppenhaus mit Aufzug an die Tiefgarage direkt angeschlossen.

Aussenanlagen

Sowohl die Adressenbildung als auch die Schaffung von Privatsphäre und halböffentlichen Gemeinschaftsflächen sowie deren gestaltete Übergangsbereiche sind die wesentlichen Inhalte des Freiraumkonzeptes. Die gewünschte individuelle Adresse spiegelt sich nicht nur in der Fassade, sondern auch im Vorgartenbereich wieder. Durch die unterschiedlichen Höhenlagen „Straße / Gebäude“ und die wechselnde Kombination von Mauern und Hecken ergeben sich jeweils eigene Vorzonen, ohne dass eine aufgesetzte Materialvielfalt die Folge wäre. Der rückwärtige Gartenbereich gestaltet sich als großzügige Rasenfläche mit großen Bäumen außerhalb der unterbauten Flächen, einem Spiel- und einem gemeinschaftlich nutzbaren Treffpunkt.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.